Der Weg der Armut

Eigentlich wollte ich diese eher ungewollte Kombination von Werbung im öffentlichen Raum fotografieren. Auf der linken Seite eine Leuchtreklame von KIK und rechts ein großes „Es reicht“. Ich dachte dabei an die vielen Opfer der Textilfabriken in Bangladesch und verstand die Werbung der Welthungerhilfe als Aufforderung endlich tätig zu werden.

Und so fotografierte ich einfach diese Szene auf dem Bürgersteig. Und dann entwickelte sich alles andere von allein. Denn Armut ist auch bei uns immer mehr zu finden. Aber kaum sichtbar und eher in sozialen Verhaltensweisen, die still daherkommen.

Während ich noch Fotos machte für das Stilleben zog die Armut durch meine Fotostrecke als wollte sie mir sagen, vergiß uns nicht wenn du an die Konzerne und die 3. Welt denkst, denn wir sind schon hier. Reich, Mitte, Arm – das sind die drei Welten bei uns und die Mitte wird immer kleiner.

 

Daraus eröffnet sich natürlich ein Interpretationsrahmen.

Aufmerksam wurde ich durch die grellen Schilder. Ich war gerade sensibilisiert.

Und dann wurden direkt unter dem Schild der Welthungerhilfe Pfandflaschen gesucht.

Die Suche von Pfandflaschen ist heute zum Symbol für die neue Armut von immer mehr Lebensälteren geworden. So kommen in den Fotos alle aktuellen Symbole des Zeitgeistes zusammen und zeigen den Weg der Armut.

 

Fotografische Herausforderungen im Garten

Es soll ja Menschen geben, die ihren Garten nicht industriell-maschinell bearbeiten sondern die Natur zum Zuge kommen lassen. In solchen Fällen läßt sich die Natur nicht lumpen und beglückt die Besucher audio-visuell. Man findet eine Farbenpracht und eine Geräuschkulisse in Kombinationen, wie sie sich kein Maler hätte besser ausdenken können.

Mit der Geometrie der Malerei dann Fotos zu erstellen, die digital Farbe und Licht so im Rahmen komponieren, daß das Ergebnis schön aussieht – das ist dann die Herausforderung. Digitale Pinsel wie Lichtstärke und Bokeh sind dabei die erweiterten Malerei-Werkzeuge.

Dann wird auch die Natur vor der Haustür ein Kunstwerk, das woanders nicht schöner sein könnte, nur anders.

Meine Vorgehensweise habe ich bei einem Besuch im Garten praktiziert.

Das können Sie nun sehen.

Bei diesem Foto lag die Herausforderung darin, die vorderste Blüte hervorzuheben und die Blütenstempel komplett scharf zu stellen.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Beim nächsten Foto kam es darauf an die Landschaft mit Vordergrund und Hintergrund zu erfassen. Obwohl die vorderen Pflanzen dominieren, sind sie doch nur so stark, weil der wunderschöne farbige Hintergrund sie einbettet. Damit aber nicht genug. Hier kommt es wesentlich auch auf den Rahmen an, weil die gewachsene Natur so erfaßt werden mußte, das sie von sich aus den Blick nicht hinter den Rändern verschwinden läßt sondern den Blick von unten nach oben und dann von links nach rechts durch das gesamte Bild führt.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Dieses Foto zeichnet sich durch eine einzigartige Makroschärfe aus. Punktgenau auf der Spitze liegt die Schärfe und danach genießt das Auge den weichen Bokehverlauf der gesamten Blüte.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Hier war die Aufgabe den Eingriff des Menschen durch die Gehsteine so fotografisch zu integrieren, daß sie sich einfügen.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

Und zuguterletzt geht es in diesem Foto einfach darum, die Schönheit der Natur in dieser Blüte zu sehen. Dabei mußte das vordere Blatt und der obere Blattteil scharf sein und sich so von den Blättern dahinter abheben, daß es eine sichtbare Abgrenzung gibt und zugleich einen für das Auge sehr angenehmen Unschärfeverlauf, der erst nach der gesamten Blume richtig eintritt und das gesamte Foto malerisch einbettet.

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

 

Der Blick über den Zaun beim Spaziergang in Naumburg an der Saale

Viele Städte haben viele Mauern und Zäune. Moderne Mauern sind so hoch, daß alles dahinter verborgen bleibt. Als die Stadt noch ihr freundliches Gesicht zeigte, dienten Mauern und Zäune der Abgrenzung aber auch der Darstellung.

Und eine so schöne Stadt wie Naumburg an der Saale bietet hinter den Mauern und Zäunen verborgene Geschichten und die Dinge erzählen schon beim Anschauen.

Würde man durch Spanien gehen wären alle Mauern hoch und eher weiß und aus Beton.

In Naumburg ist es völlig anders. Beim Spaziergang durch die kleine Stadt fielen mir die Zäune und Mauern auf, die in der Kombination mit dem dahinter Sichtbaren und Unsichtbaren ganz eigene Kombinationen kreierten, auf die ich schauen konnte.

 

Herbst an der Eschbachtalsperre am Rasthof Remscheid

Die Eschbachtalsperre war die erste Trinkwassertalsperre in Deutschland. Heute nennt man sie umgangssprachlich Remscheider Talsperre. Wer mit dem Auto auf der A1 unterwegs ist, kann hier eine Auszeit und aktive Erholung finden. Viele Remscheider nutzen sie ebenfalls als Naherholungsgebiet. Bei Joggern und Senioren ist sie besonders beliebt, weil es keine Steigung gibt und eine Runde ca. 3 Kilometer lang ist. Zudem ist es der Ort, an dem man sich sieht…

Und danach kann man direkt am Rasthof und Motel einkehren.

Tiger

Street in Zoo – tiger corral