“Kameras in den Tagen des Films waren exquisite Geräte. Sie hatten Auslöser, Zifferblätter, Rückspulknöpfe und eine Reihe von Armaturen für Anhänge, meist in eine komplizierte obere Abdeckung integriert, von der einige sagten, sie ähnele einem Schlachtschiff. Die PEN-F verkörpert diesen traditionellen Stil, der die Geschichte und Essenz einer “echten” Kamera widerspiegelt.
Zum Beispiel sind die obere Abdeckung und die Ecken sanft geneigt und die Körperdicke verjüngt sich deutlich auf der Seite des Auslösers — traditionelle Designprofile, die das unverwechselbare Erscheinungsbild der PEN-Serie zum Ausdruck bringen. Heutzutage sind viele Kameras mit einem ausgestellten Griff ausgestattet, der mit der rechten Hand gegriffen wird, um das Image der Robustheit zu erhöhen.
Um ihre Bastlerpersönlichkeit (Hobbyist) zu betonen, behält die PEN-F jedoch ihr traditionelles Kameraprofil ohne Griff bei.  Damit die Kamera fest gegriffen werden kann, haben wir die Thumb Rest entwickelt, eine Kerbe an der hinteren Ecke, in die der Daumen bequem hineinpasst, um die Kamera sicher zu halten. An dieser Stelle der Kamera befinden sich natürlich normalerweise verschiedene Bedienelemente gelegen, so haben unsere Konstruktions-, Fertigungs- und andere Abteilungen gemeinsam innovative Wege gefunden, um diesen “Prime Space” freizugeben und sicherzustellen dass das Design des PEN-F sowohl praktisch als auch optisch ansprechend ist.”

Das ist eine angepaßte google Übersetzung aus der Pen-F Broschüre, die ihre Entwicklung beschreibt.

Für die Ricoh GR habe ich folgendes gefunden:

“Die GR-Philosophie ist, dass die Konfrontation mit der Gesellschaft das Wesen der Fotografie und Kunst lediglich das Ergebnis ist. Und in dem Moment, in dem der Zufall zur Notwendigkeit wird, wird ein Kunstwerk zu etwas Zeitüberschreitendem. Bildqualität und Reaktion sind die Mittel, um auf die Absichten des Fotografen zu reagieren. Die Kamera ist dabei am Besten in unterstützender Weise (The camera is fine in a supporting role). Gute Fotos entstehen aus verschiedenen Epochen, Ländern, Gebieten und Geräten, aber das Gefühl, das sie vermitteln, verblasst nie, sondern die Stärke, die sie verkörpern, wird mit der Zeit stärker. Aus diesem Grund ist die wichtigste Eigenschaft, die eine Kamera haben kann, Neutralität. Sie sollte sich in die Augen, Hände und das Herz des Fotografen einfügen.”

Das ist aus der GR-Story von Ricoh.

Zwei Kameras, die Wert auf bewährte Konstruktionen in digitalen Zeiten legen.

In beiden Fällen werden Fotografen angesprochen, die genau dies schätzen.

Alternativ fotografiert man mit dem Smartphone und einem Knopf ohne den eigenen Willen und die eigene Sicht auf klassische bewährte Art in die Gestaltung zu bringen.

Wer mit der Ricoh GR oder der Olympus Pen-F fotografieren will, der will mehr als einen Knopf. Das gilt in meinen Augen übrigens auch für die Fuji X-E und X-Pro Reihe mit deren Kameras.

Dabei geht es meiner Meinung auch um performative Aspekte:

“Irgendwie ist Fotografieren auch wie Improvisationstheater, da zahlreiche Entscheidungen in Bezug darauf, wie und was fotografiert wird, in Echtzeit getroffen werden müssen. Das kann den formalen Bildaufbau einschließen, denn der Fotograf bewegt sich um das Motiv herum, und jede Veränderung von Abstand und Raum beeinflusst die endgültige Form des Bildes. So gesehen ist das Foto eine Art performativer Raum. Der Performance des Fotografierens wohnt eine Choreografie zwischen Fotograf, Motiv und Umgebung inne.”

Mit dem Smartphone ist das anders. Es eignet sich für schnelle Fotos in sozialen Zusammenhängen aber nicht für einen fotografischen Entstehungsprozess, der langsam und bewußt zu einem Foto führt.

Das ist fast wie Facharbeit und Handwerkertum. Wer sieht wie er/sie mit seinen Händen ein Werkstück schafft und dann das Produkt seiner Arbeit vor Augen hat, der fühlt sich ganz anders damit verbunden als derjenige, der nur knipst und alles der KI / AI überläßt.

Ich unterscheide bei der Kreativität sogar noch das automatische und manuelle Fokussieren. Mehr Flow, Meditation und Kreativität und mehr Gefühl entsteht bei mir je manueller ich digital vorgehe. Aber das muß jeder für sich entscheiden.

Das kann sogar das Selbstbewußtsein stärken und seelisch stabilisierend wirken.

Analogfotografen gehen sogar noch weiter und sagen, daß nur der dies weiß, der selbst auf Film entwickelt hat. Dies sehe ich aber anders, weil auch der Entstehungsprozess eines digitalen Fotos, das vorher über die Kamera selbst eingestellt und dann erstellt wurde, diesen Prozess beinhaltet.

Ganz stark ist dies bei Lensbabyfotos zu sehen. Ob ich dann den Film in die Chemie lege oder am PC das Foto entwickle oder dies vorher mit Lensbaby schon getan habe oder digital verknüpfe, spielt für mich bei der Kreativität keine ausschlaggebende Rolle.

Die Hauptsache ist das Tun.

In diesem Sinne gute Zeiten!