Modern und Manuell

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Dieses Foto habe ich mit einer Olympus Stylus 1 und einem Art-Filter gerade aufgenommen.

Es zeigt eine Panasonic G110 und eine Fuji X-E2s auf einem Buch mit den Fotos von Henri Cartier-Bresson.

Das ist alles noch da.

Ist das Neue der Feind des Guten oder ist das Gute oft nicht neu?

Hier sieht man das Ganze noch mal in Farbe:

Spaß und Kreativität auf alte Art in digitalen Zeiten.

Die Kameras sind sehr handlich, haben exzellente fotografische Möglichkeiten, ermöglichen reine Sucherfotografie oder Aufnahmen mit einem Monitor und sind gut transportfähig.

Mit einem Smartphone macht das Fotografieren nicht so viel Freude. Aber es ist eben öfter einfach dabei, wenn alles andere zu Hause bleibt.

Als ich mit dem digitalen Fotografieren anfing, wollte ich mein Lebensumfeld dokumentieren. Es waren die sozialen Kämpfe in der Industrie nach der Wende.

Zugleich wollte ich dies so umsetzen wie es meine „Vorbilder“ von Cartier-Bresson bis Salgado getan hatten. Ich wußte zwar, daß ihre Zeit um war, aber ich wollte diese fotografische Welt noch kennenlernen unter den neuen Bedingungen der digitalen Zeit. So entstand dieser Verbund von Webseiten. Ich schrieb das auf, was ich mir von anderen gewünscht hätte und es entstand eine nostalgische Fotowelt, in der meine eigene Lebenszeit, meine Erfahrungen und die digitalen Fotoapparate miteinander verbunden wurden.

Der Siegeszug der Handys und der sozialen Medien und das Zurückdrängen klassischer sozialdokumentarischer Fotoarbeit führten mich zum Amateursein, eine sehr befreiende und beschränkende Art und Weise, um mit der Fotografie zu leben, weil Ausgrenzung und Abgrenzung mein Handeln bestimmten – meistens durch meine Umwelt.

Damit mußte ich leben lernen.

Innengeleitet statt aussengeleitet versuche ich seitdem zu leben.

Ich bin jetzt in einer Zeit, in der das Neue an sich mir keine Befriedigung mehr verschafft.

Das „Alte“ gibt mir in der neuen Zeit – im Jetzt – die Möglichkeit, in der Gegenwart zu sein.

Dazu gehören meine Fotoapparate, meine Vorbilder und meine Lektüre im Leben.

Und nun bin ich dort, wo mein Weg mir neue Sicht auf alte Wege ermöglicht und mich weiterführt.

Es ist eben noch nicht zu Ende. Und dabei spielt weniger das Neue als das für mich Gute eine Rolle.

Und wenn ich ehrlich bin, dann gefallen mir meine eigenen Texte aus den letzten zwanzig Jahren immer mehr – und auch die Kameras.

So wird das Gute der Feind des Neuen, denn mehr ist nicht immer besser und weniger oft mehr.

Hier kommt auch die Überschrift des Artikels ins Spiel. Manuell kann auch zeitlos gut sein und damit dann modern. Es kommt immer darauf an.

Der Unterschied zwischen Vintage, Retro und Nostalgie liegt im Alter der Gegenstände, ihrer Herstellung und der emotionalen Verbindung. Vintage bezeichnet originale, alte Stücke, Retro sind neu hergestellte Artikel im alten Stil, und Nostalgie beschreibt das Gefühl oder die Sehnsucht nach einer vergangenen Zeit.

Diese Mischung war der Zeitgeist bei meiner Beschäftigung mit Fotografie. Als Freund klassischen Kameradesigns war für mich der Umstieg von der analogen Leica M6 zur digitalen Fuji X100 der ideale Pfad um bewährtes Design mit neuer Technik zu verbinden.

Sucherfotografie wurde zu einer Nische im Smartphonezeitalter, die für mein Fotografieerlebnis aber wesentlich bleibt.

Und so ist dies hier auch eine Mischung aus retro und smart geworden, die mein Verhältnis und Leben mit der Fotografie prägt.

Denn manuelle Sucherfotografie in digitalen Zeiten ist für mich das beste fotografische Erlebnis.

Aber das ist nicht alles. Ich mag auch die Leicalux App im Iphone sehr. Diese bedient genau diese nostalgische Sicht, indem sie alte Leicaobjektive digital nachahmt. Das gefällt mir einfach als nostalgische Spielerei.

Umgekehrt gefallen mir die neuen Leicakameras und Xiaomi Smartphones überhaupt nicht mehr. Pure Funktionalität ist nicht mein Ding – abgesehen von den unpassenden Preisen.

Dafür gefällt mir die Action cam mit Leica und Handgriff umso mehr.
Aber das ist eine andere Geschichte.

So kann momentan fast jeder nach seiner eigenen fotografischen Facon selig werden.

Text 1.1

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