Risespray 34mm F1.8 an MFT

Auf alte manuelle Art mit neuen kleinen Systemkameras fotografieren ist unterhaltsam, vor allem wenn ein kleines Objektiv aus China genutzt wird.

Risespray ist der Name des Objektivs. Auf dem Foto habe ich ein Olympus 17mm F2.8 davor gelegt, um die Größenordnung und die Kleinheit des Objektivs zu zeigen.

Es ist das erste Objektiv bei dem ich die Blendenöffnung komplett schliessen kann. Das Objektiv endet nicht bei der Blende 16, die am Objektiv eingeritzt ist, sondern ich kann weiterdrehen und dann ist die Blendenöffnung komplett zu.

Wenn man es auf unendlich bei Blende F1.8 stellt ist die Unschärfe vorprogrammiert:

Das hängt natürlich mit der hyperfokalen Distanz zusammen.

Beim nächsten Foto habe ich auf die Bäume im Hintergrund mit Fokus Peaking und Blende F1.8 scharfgestellt:

Wenn man auf Blende 8 am Objektivring stellt und mehr als 4 Meter sieht es so aus:

Es wirkt immer weich, nie so scharf wie neue Objektive. Hier hatte ich als Filter Xpro bei der Lumix GF 3.

Beim nächsten Foto war ich ungefähr 2 Meter entfernt vom Motiv mit Blende F2.8 laut Ring:

Wie man sieht hat das Objektiv ein interessantes Bokeh, völlig unberechenbar weich aber nie hässlich – eher träumerisch. Es war windstill.

Nun noch ein anderes Beispiel mit Toy Pop.

Wie man sieht sind die Fotos scharf auf alte Art, also freundlich für die Augen aber nicht knackig scharf bis auf den letzten Punkt. Sie sind gefällig – eigentlich die schönste Art von Fotos.

Wenn man das Foto aus der RAW Datei entwickelt und etwas nachschärft sieht es so aus:

Die Rosen kommen schon gut zur Geltung.

Das Objektiv ist für den manuellen Spielraum gedacht und daher weniger für große Entfernungen und eher für größere Nähe geeignet von 50 cm bis 4 Meter.

Das Buch von Albert Camus war ca. 80cm entfernt und ich habe mit F1.8 auf CAMUS fokussiert. Sie sehen die Schärfentiefe und die Tiefenschärfe und den Übergang, samtig und weich.

Aber es gibt auch noch anspruchsvollere Motive. Das Risespray hat sich als feines Malwerkzeug für den gröberen feinen Strich beim Malen mit Licht herauskristallisiert. Es ist am Besten wenn man es in Ruhe nutzt. Das habe ich dann im Kleinen ausprobiert:

Und noch schöner hier:

Die Fotos sind nie so scharf wie mit einem neuen digitalen Objektiv aber scharf genug, eben gefällig. Die Schärfe und den Abstand muss man manuell einstellen. Die Freistellung bzw. das Bokeh ist wie gemalter Hintergrund.

Nun zum Vergleich ein Foto mit dem Olympus 17 F2.8, also genau der halben Brennweite und nicht so lichtstark:

Mit Autofokus ist nicht immer besser. Aber gerade das Ungefähre, der ungefähre Lichtpinselstrich, fasziniert mich sehr.

Das Risespray hat umgerechnet auf Kleinbild ca. 68mm Brennweite, ist also etwas enger als der normale Blick  und daher für das Herausheben eines Motivs geeignet.

Wer spielen will und die Überraschung beim manuellen Lichtmalen liebt, der kann mit diesem kleinen Objektiv viel Freude haben, chromatische Aberrationen inbegriffen.

Wer sich auf die Ergebnisse und die Schärfte manuell verlassen muß, der sollte die Finger davon lassen. Es ist eine schöne Spielerei.

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