Das bessere Foto und das bessere Ego

mit dem kleinen Handy auf die Schnelle

Ich mache mit teureren und neueren Digitalkameras keine besseren Fotos.

Daher sind meine Kameras ausreichend.

Wenn ich mir etwas Neues kaufe, dann eher aus Gelegenheit und Neugier.

Aber es ist interessant wie ich immer wieder auf Blogger stoße, die im Laufe der Jahre plötzlich ihre Meinung wechseln. Erst kamen viele von Olympus und wechselten über Nacht zu Sony.

Und in den letzten Jahren loben sie erst Fuji und schwärmen von den Fähigkeiten – und plötzlich sind sie bei Leica und nicht etwa beim Fuji Mittelformat.

Es ist dann immer erst die Leica M und dann die Leica Q.

Das wird dann auch vermarktet.

Doch die Fotos, die ich dann dort sehe, sind nie besser als die Fotos vorher.

Aber der Wechsel zu Leica ist wahrscheinlich einfach die Krönung des sozialen Status.

Es ist irgendwie so wie bei Apple.

Das teuerste Iphone Pro Max macht keine besseren Fotos als ein aktuelles Samsung der S Klasse aber es ist eben Apple.

Es geht um Zugehörigkeit und nicht um Bildqualität.

Es geht also nicht um besseres Fotografieren sondern um den materiell besseren sozialen Status.

Du fährst auch mit einem Maserati nicht besser nach Köln über die Autobahn als mit einem Golf Plus, eher noch unbequemer. Aber du fühlst dich vielleicht im Maserati besser, weil er teurer ist. Umgekehrt kann es aber auch sein, daß der Golf-Fahrer sich wohler fühlt, weil er nicht im Maserati sitzt. Schneller und teurer bedeutet nicht besser.

Es kommt eben auf den Blickwinkel und das Interesse an.

Und jetzt geht es ja noch weiter.

Wer fotografisch echt dazugehören will, der müßte sich ja wenigstens die Leica M11 und die monochrome Variante und mehrere Objektive kaufen und dann natürlich die Leica Q, einmal farbig und einmal monochrom.

Und dann Touren mit der Leica Akademie machen und vieles mehr.

Wer nur eine Leica M11 hat, will lediglich dazugehören, hat es aber sichtlich nicht geschafft.

Und so ist die Frage der sozialen Gebrauchsweisen auch beim Thema Fotografie ein lebenslanges lebendiges Thema, das nie endet.

Vielleicht muß man sich selbst immer mal wieder die Frage stellen, wann man sich bei seinem fotografischen Tun wohlfühlt und welche Kamera man am Liebsten benutzt.

Wer sich nur mit der teuersten Kamera wohlfühlt, dem wünsche ich genauso viel Freude dabei wie dem, der sich mit seiner ausgereiften Kamera (voller  Charme, Authentizität und fotografischer Freude) wohlfühlt oder dem, dem sein Handy reicht.

Denn es kommt auf die Motive an.

Und die liegen dieses Jahr  noch vor uns.

Wenn ich nur mal das obige Foto mit dem Wolfsmann nehme. Das wäre mit einer Leica oder anderen Kamera nie möglich gewesen. Das ging nur mit einem Handy auf die Schnelle. Der Abstand war gering, alles war in Bewegung und es musste schnell und unauffällig geschehen. In drei Sekunden ohne aufzufallen!

Na dann!

 

One thought on “Das bessere Foto und das bessere Ego

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