“Noch gravierender ist somit die Erkenntnis, dass die meisten Menschen (auch ich) mit einer steigenden Anzahl an Gegenständen sich in jedem einzelnen nicht mehr so gut auskennen. Das darf angesichts verschachtelter Menüs mit über 1.000 Optionen auch kaum verwundern. Daraus folgt, dass man sich in jede Kamera erneut zumindest etwas einarbeiten muss und dadurch im Ernstfall eventuell wertvolle Zeit verliert. Schlimmstenfalls nimmt man dann das Motiv mit suboptimalen Kameraeinstellungen auf oder verpasst die beste Aufnahme komplett.”

Diese schönen Worte schreibt Herr Schuhmacher Anfang 2022 auf seiner Webseite.

Und so ist es sicher sinnvoll, sich mehr zu beschränken und diese Beschränkung dann mehr zu nutzen.

Das Geheimnis des Wissens und des Könnens liegt in der Beschränkung – ein alter Gedanke.

Das kann auch für Fotos gut sein.

Kennen Sie Haiku?

Vielleicht wäre dies ein Programm für 2022.

Sehr schön finde ich auch den Ansatz von Volker Krause in Wort und Bild.

Wem das nicht reicht, der könnte auch mit Dissonanzen im Motiv arbeiten, die die entmutigenden Widersprüche unserer sozialen Gesellschaft zeigen.

Auch bei Kameras macht ja gerade die Begrenzung den Reiz aus.

Man sieht es an der ersten Fuji X100. Die hat alles vereint und mit Schick und Charme vollendet.

Danach wurde es immer mehr und mehr, bis man dann bei der XE4 wieder versuchte, dies alles zu minimieren aber dabei der Schick verloren ging, so daß aus meiner Sicht die XE3 das eigentliche Meisterstück der schicken und geschickten Minimierung bei Digitalkameras mit Wechselbajonett und Xtrans-Sensor  ist.

Leica versucht nun offenbar mit der neuen Leica Q3 den Minimalismus der XE4 umzusetzen, wobei diese Kameras alle ja nur bedingt vergleichbar sind.

So ist ein neuer Zyklus da, der maximale Möglichkeiten in minimalem Design umzusetzen versucht, wobei minimal, funktional und schick nicht deckungsgleich sind, sondern genau hier die optimale Umsetzung gefragt ist.

Ein interessanter Zeitgeist!