In meine Lebenszeit fällt der Übergang von der analogen zur digitalen Fotografie, besser der Übergang von der filmbasierten zur sensorbasierten Fotografie.

Die Kameras, die für mich dabei die größten Herausforderungen beinhalteten, waren beide von Panasonic wie ich rückblickend feststellen kann.

Ich komme darauf, weil die zweite Kamera erst dieses Jahr von mir wirklich neu entdeckt und mit Frust und Lust genutzt wurde, während die erste Kamera schon lange Jahre bei mir war.

Die erste Kamera ist die Panasonic Lumix DMC-L1. Sie war für mich so wichtig, weil ich mit ihr den Wechsel von der filmbasierten Leica M6 zur sensorbasierten Fotografie mit Wechselbajonett vollzog. Das war 2012.

Aber sie war auch die erste ihrer Art und eine echte Pionierleistung. Rückblickend merkt man dann, was Panasonic danach alles gut verbessert hat.

Die zweite Kamera ist die Panasonic Lumix FZ1000. Sie war 2014 der Versuch, die großen und schweren Spiegelreflexkameras mit viel Gewicht durch eine Bridgekamera abzulösen, die im Grunde mit dem 1 Zoll Sensor fast die Bildqualität einer APS-C Kamera erreicht und so in der Praxis ersetzt. Insofern ist diese Kamera ebenfalls eine echte Pionierleistung gewesen.

Wirklich gut wurde diese Kameralinie in meinen Augen erst 5 Jahre später als Panasonic 2019 die FZ1000 II herausbrachte. Die ist richtig ausgereift – aber brauchte ihren Vorgänger als Pionier, um daraus zu lernen wie es besser geht.

Panasonic Digitalkameras achte ich deshalb so, weil dieses Unternehmen in neue Produkte auch Erfahrungen in Haptik und Optik einarbeitet und aus Fehlern lernt – zumindest sehe ich dies so bei den Kameras, die ich genutzt habe.

Das habe ich bei anderen Kameraherstellern wie z.B. Nikon vermisst und mich dort auch wieder verabschiedet.

Erwähnen sollte ich noch die Sonx RX10 3 und 4. Diese Kameras verfolgen denselben Zweck mit noch längerer Brennweite, sind aber doppelt so teuer oder noch teurer und auch doppelt so schwer. Dadurch sind sie für mich kein Ersatz für eine schwere DSLR Ausrüstung. Mein Optimum als Bridgekamera ist die FZ1000 II.

Warum habe ich dies alles  hier aufgeschrieben?

Weil ich gemerkt habe, daß diese Pioniere gerade durch ihre fehlende Perfektion mich gezwungen haben, mehr Aufmerksamkeit, Energie und Zeit auf sie zu verwenden und gerade das zu einem sehr fruchtbaren Flow zwischen Frust und Lust geführt hat.

Das einfache Abdrücken auf einem Smartphonebutton ist für mich lange nicht so erfüllend und lehrreich und auch lebendig, wie es die Auseinandersetzung mit diesen Kameras war und ist.

Naürlich sind schnelle Fotos mit dem Smartphone in sozialen Situationen das, was die vorgenannten Kameras nicht können.

Deshalb nutze ich dann auch das Smartphone.

Aber sobald stille Fotos mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten und mechanischem Einstellen eine Rolle spielen, sind solche Kameras neudeutsch für mich entscheidende Impulsgeber geworden.

Pionierkameras sind Inspirationskameras würde ich sagen.

Gerade der Frust und die Fehlschläge sind dabei sehr fruchtbar.