Raw rettet oder Motorola ist günstig und geil für echtes Fotografieren

Ich entschuldige mich für den Titel aber seit immer mehr Bücher das Wort „Scheisse“ im Titel haben, erlaube ich mir die sprachliche Übertretung einmal.

Mich fasziniert die Vielfalt an fotografischen Möglichkeiten in einigen günstigen aktuellen Motorola Smartphones.

Diese bleiben bei sogenannten Tests – vor allem im Video – komplett draussen vor. Stattdessen werden nur Daten miteinander verglichen, die für mich beim Fotografieren eher irrelevant sind.

Vor mir liegt das Motorola G8 Power, das gut 200 Euro kostet.

Es hat einen IPS Bildschirm mit hoher PWM, so daß keine PWM Pulsweitenmodulation zu Kopfschmerzen führen kann und gute Pixelauflösung. Der Bildschirm bzw. das Display ist wunderbar groß und das gesamte Smartphone für mich gefällig.

Aber damit nicht genug.

Das Smartphone hat vier Objektive eingebaut ohne Bildschirmstabilisator, den ich aber nicht wirklich vermisse, weil ich damit kein Nachtsichtgerät ersetzen will, sondern Fotos machen möchte.

Ich kann mit dem Weitwinkel ca. 26mm ebenso DNG – also RAW – Dateien aufnehmen wie mit dem Teleobjektiv mit ca. 52mm. Ich kann sogar mit der 2 MP Makrolinse RAW-Aufnahmen machen und ich entscheide, wann ich welches Objektiv einsetze.

Hier übernimmt also nicht die App die Entscheidung, ob das Tele genommen wird  oder digital gezoomt wird wie z.B. beim Nokia 7 plus und hier übernimmt auch nicht ein digitaler Hybridzoom das Zoomen ohne RAW wie bei diversen Huawei Fotowundern.

Natürlich kann ich auch alles automatisch ablaufen lassen. Aber ich kann hier eben auch so fotografieren wie ich will und habe die Freiheit der absoluten Nachbearbeitung.

Und das alles für gut 200 Euro…

Jetzt kommt noch hinzu, daß in diesem Smartphone auch noch ein Akku verbaut ist, der bis zu 3 Tagen hält.

Ich finde das super und habe so zum Telefonieren und Fotografieren mit mehr als einer Linse ein gutes und günstiges Gerät gefunden, bei dem ich auch den Preis für 3 Jahre Android akzeptiere.

Das führt natürlich nicht zum Verzicht auf mein Iphone aber als zusätzliches Gerät – wie man auch mehrere Kameras hat – ist es für mich ein schönes fotografisches Nutzteil.

Aus Sicht der Smartphone-Tester schneidet das von mir schon früher aufgeführte Motorola One Zoom noch besser ab. Es ist gut 100 Euro teurer. Ich habe es hier mit der Powershot G9x Mark II verglichen.

Denn im Moto One Zoom ist ein optischer Bildstabilisator eingebaut, zusätzlich eine Tiefenkamera vorhanden und das optische Zoom ist 3fach statt 2fach und die Lichtstärke z.T. noch höher. Hinzu kommt ein OLED Display mit einem besseren Schwarzwert – den ich am Smartphone nicht brauche – aber dafür PWM zu niedrig wie bei den ganz teuren Handys, was zu Kopfschmerzen führen kann. Das kann man sehr schön bei den Testern von notebookcheck nachlesen, die meiner Meinung nach mit die besten echten Hardware-Tests machen.

Ich zeige Ihnen jetzt an einem Beispiel mit der Telelinse im G8 Power, die 8 Megapixel und Blende F2.4 hat, welchen Unterschied beim manuellen Fotografieren JPG und RAW ausmacht:

1 So sieht das fertige Foto aus der Kamera als jpg aus:

ooc als jog

Obwohl es hier von WordPress gecroppt wird, sieht man auf 100 Prozent, daß es an seine Grenzen kommt.

2. Nun habe ich das Foto aus der DNG-Datei in Silkypix 8 entwickelt mit Standardeinstellungen, d.h. ich habe nicht mehr Farbe hinzugefügt, damit es so bunt wird wie beim Bild vorher:

aus dng als jpg in silkypix 8

Das sieht schon anders aus. Auch hier wäre mehr möglich aber es zeigt sich schon das Potential der DNG Datei.

3. Alternativ dasselbe mit ACDsee 2020:

aus dng als jpg in acdsee 2020

Dieses Smartphone ermöglicht also im Rahmen der Smartphone-Fotografie die Kontrolle über den fotografischen Ablauf und erlaubt auch das nachträgliche Bearbeiten ohne Einschränkungen so wie hier mit Autofx:

Bezogen auf die zusätzliche Makrolinse und DNG-Dateien unter 2 MP ist festzustellen, das ist natürlich eine schöne Spielerei oder auch nicht, weil es ja die Fälle gibt, in denen Makros als Lupe mit eingebauter Fotofunktion schon mehr  als Spielerei sind. Es kommt also darauf an.

Für mich sind diese Smartphones von Motorola so wie ich sie brauche und bezahlen kann – danke dafür!

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, möchte ich Ihnen eine Frage stellen. Ist Ihnen der Unterschied zwischen dem ersten Foto und allen anderen Fotos aufgefallen?

Das erste Foto ist näher dran, es hat eine längere Brennweite. Das Moto G8 Power hat einen Bug / Fehler, der aus dem 2fach optischen Zoom im manuellen Modus ein mind. 3fach digitales als jpg und 2fach optisches Zoom als raw macht. Leider sieht man auf dem Display nur das 3fach digitale, das ist echter Murks.

Im Automatikmodus sehen die Dateien so aus:

Man sieht, es ist alles ok und alles klappt.

2. Im unentwickelten DNG-RAW Modus sehen die Dateien so aus:

Man sieht beim 2fach Tele im manuellen Modus sofort den Bug in der Kamera-Software. Leider sieht das Display auch so aus wie das Foto rechts bei dng, obwohl es so aussehen müßte wie darüber bei 2fach im Automatikmodus.

Ich habe volles Vertrauen in die Mannschaft bei Motorola/Lenovo, daß sie uns als Eigentümer dieses schönen Smartphones darauf nicht sitzen lassen.

Nachtrag am 4.9.2020 – Bisher gibt es keine verbesserte Software. Man kann durch Streichen über das Display von oben nach unten das digitale Zoom ausstellen. Das geht schnell und funktioniert, aber man muß jedes Mal dran denken, wenn man Tele und RAW kombiniert. Na ja.

CategoriesHardware
  1. Pingback:Wenn das Moto G8 Power an seine fotografischen Grenzen kommt sieht es gar nicht so schlecht aus – lenstrip.de

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