Wer noch auf bewährte Art klassisch fotografieren will, der stößt meistens auf digitale Sucherkameras im “Ziegelformat.”

Diese haben alle den Sucher links oben im Kameragehäuse und jeder Sucher hat eine spezielle Besonderheit.

Es gab fünf Unternehmen, die in den letzten zehn Jahren Kameras in diesem Design produziert haben. Das sind Leica, Fuji, Panasonic Lumix, Sony und Olympus (mit nur einem Modell).

Es ist ein kleiner und feiner Markt im Bereich der Sucher mit Alleinstellungsmerkmalen.

Welche Besonderheiten weisen diese Kameras auf?

 

Der optische Sucher (OVF) in der Leica M ist verknüpft mit dem mechanischen Messsucher. Die Leica M kann nur manuell fokussieren bedingt durch den Messsucher.

Der elektronische Sucher (EVF) in der Lumix GX 7, GX 8 und GX 9 ist der einzige Sucher, der beweglich ist und nach oben geklappt werden kann. Die Lumix Digitalkameras können manuelle Objektive mit Lupe und Focus Peaking nutzen oder Objektive mit Autofokus. Gerade bei manuellen Objektiven ist der Klappsucher einzigartig praktisch.

Der Hybridsucher der Fuji X100 und Xpro Modelle ist ein Umschaltsucher, der entweder rein optisch oder rein elektronisch genutzt werden kann oder sogar in einem hybriden Modus. Daneben bieten alle neueren X Modelle noch ein digitales Schnittbild neben Lupe und Focus Peaking im Sucher, so daß auf “alte” und neue Weise damit manuell fokussiert werden kann und natürlich Objektive mit Autofokus genutzt werden können.

Der Sucher in der Olympus Pen-F erinnert sehr an den Sucher in der Leica M obwohl er elektronisch ist. Die Pen-F hat extra einen Lupenschalter auf der Rückseite, um bei manuellen Objektiven schnell fokussieren zu können mit Lupe und Focus Peaking. Sie kann natürlich auch Autofokusobjektive nutzen.

 

 

Daneben gibt es auch noch einige Kameras mit digitalem EVF Sucher, electronic view finder, ohne besondere Alleinstellungsmerkmale, insbesondere von Sony. Die Sony Sucher in der Reihe mit APS-C Sensoren (A6000 ..) sind rein elektronisch mit Autofokus und manuellem Fokus Peaking und der Sucher in der einzigen Kamera mit dem größerem Kleinbildsensor und Sucher links (Sony Alpha 7c) ist kleiner als bei den Kameras mit kleineren Sensoren…

 

Erwähnenswert sind auch die Lumix GX80 und die Fuji X-E2s , die zusätzlich über ein digitales Schnittbild verfügt.

 

 

Interessant ist auch ein Blick auf die Entwicklung und Abläufe:

 

Leica versuchte 2009 mit der M9 an die analoge M anzuknüpfen (die M8/8.2 lasse ich außen vor). Dann schlug Fuji 2010/2011 mit der X100 zu, die alles besser konnte als die Leica M9 aber eine Festbrennweite hatte und 2012 kam dann die Xpro1, die dann auch ein Wechselbajonett hatte.

2013 brachte dann Leica die M240 auf den Markt, 2015 die M262 und 2017 die M10, während Fuji 2016 die Xpro2 auf den Markt brachte.

Parallel dazu entwickelte Panasonic die GX-Reihe mit dem Klappsucher. 2013 kam die GX7, 2015 kam die GX8 und 2018 kam die GX9 auf den Markt.

Alle Unternehmen haben zusätzlich noch andere Modelle auf den Markt gebracht. Leica ahmte mit der Leica Q die Fuji X100 Reihe mit Festbrennweite nach, während Panasonic parallel DSLR Gehäuse von der G1 bis zu G9 baute und Meister der Miniaturisierung mit der GM und GF Reihe wurde. Fuji entwickelte mit der XT-Reihe klassische DSLR Gehäuse und mit der XE-Reihe traditionelle Sucherkameragehäuse mit elektronischem Sucher und digital-analogen Fokussierungstechniken.

Olympus dagegen brachte mit der Pen-F 2016 eine Sucherkamera auf den Markt und stellte danach diese Modellreihe ein, obwohl es nicht an der Kamera lag, sondern eher am Umfeld und dem Wechselbad des Unternehmens zwischen Innovation und Tradition.

 

Alle hier angesprochenen Modelle sind noch erhältlich auf dem Gebrauchtmarkt und funktionieren bestimmt noch zehn Jahre oder länger.

 

Während zu Beginn der digitalen Ära viele Kameramodelle nicht ausgereift waren oder zu schwach bei der Technik, ist ab ca. 2010 die gesamte Technik so ausgereift, daß es fotografisch nicht mehr mehr braucht. Ob ein Sucher 1,44 Mio Pixel, 2,36 Mio, 3,6 Mio oder 5 Mio Pixel hat, ist für das Sehen und Fotografieren nicht mehr entscheidend.

 

Davon abgesehen ist ein optischer Sucher immer noch eine besonders gute Art und Weise, um fotografisch Motive zu sehen.

Und die Sensoren sind heute ebenfalls so gut, daß MFT und Kleinbild nicht mehr wegen der Bildqualität in der Praxis gegeneinander ausgespielt werden können sondern nur bei physikalisch mathematischen Testverfahren. Wer es mag …

 

Hinzu kommt, daß durch Smartphones und Monitore die Kriterien fürs Betrachten sich geändert haben.

Und manches ist in dieser modernen Zeit erst heute möglich.

Werfen wir einen Blick auf das folgende Foto:

Wir sehen hier eine Lumix GX7 von 2013/2014 mit einem 7artisans Objektiv in Silber von 2018. Vorher gab es diese schönen manuellen Objektive so schick und günstig gar nicht für MFT. Es gab nur einige sehr teure manuelle Objektive, die in keiner Relation standen und eher an Leica-Linsen orientiert waren.

Es gibt von Olympus und von Lumix einige Autofokusobjektive in schwarz und silber. Aber zum Fotografieren auf manuelle Art gab es fast nichts. In diese Lücke sind verbraucherfreundlich einige chinesische Hersteller gesprungen.

Die hier gezeigte Lumix GX7 hat fotografisch sehr gute technische Daten. Das geht vom Sensor über den erstklassigen elektronischen Sucher bis zum Display mit 1.040.000 Bildpunkten. Und sie hat einen Bildstabilisator im Gehäuse, so daß jedes manuelle Objektiv dies nutzen kann!

“Panasonic Lumix DMC GX7 – …und Leica lässt grüssen! Das klassische Design der Leica Sucherkamera-Modelle aus der Frühzeit der Kleinbildfotografie erlebt bei den spiegellosen Systemkameras eine überwältigende Renaissance. Kaum ein Hersteller, der nicht eine Modellreihe oder mindestens ein Modell im Portfolio hat, das klassische Elemente der Messsucherkamera zitiert. Ob Fujifilm, Nikon oder Olympus – Retro ist Trend. Dem folgt auch das Design der Lumix DMC GX7, die Erinnerungen an die Zeit der Messsucherkameras wach werden und Anklänge des bewährten Leica Designs erkennen lässt.” Das finden wir 2014 als Fototipp auf dasfotoportal.

Erst ab ca. 2019 bekamen die Spitzenmodelle der Hersteller Monitorauflösungen mit ca. 2 Mio Bildpunkten. Mehr ist immer mehr aber nicht immer brauchbarer in der Fotopraxis.

Ich will damit nur sagen, daß die älteren Modelle nicht unbedingt veraltet sind sondern auf ihre Art gut sein können, zumal sie z.T. kleiner, griffiger und schicker sind.

Die Fotowelt ist heute voller Möglichkeiten und bietet eine enorme Vielfalt.

Die Nutzung von Digitalkameras der Jahre 2010 bis 2020 ist ein Spielfeld voller technischer Möglichkeiten im Übergang von mechanisch zu immer mehr elektronisch.

Wer dieses Hobby hat, der kann heute gut und relativ günstig gebraucht  das Alte und das Neue verknüpfen, um neue Möglichkeiten auszuprobieren.

Ich komme zum Schluß.

In diesem Artikel ging es mir darum, eine spezielle Art von Digitalkameras aufzugreifen und sie einzubetten in die technische Entwicklung und ihre aktuellen fotografischen Möglichkeiten zu diskutieren.

Wie man sieht gibt es viel Gutes zu berichten.